Immaterielles Kulturerbe der UNESCO

Im 18. und 19. Jahrhundert waren Mühlen moderne Verarbeitungsstätten, die effizient die Naturkräfte nutzten. Sie legten den Grundstein für die industrielle Revolution. Bekannt sind über 180 verschiedene Nutzungsarten: Dazu gehören Mahlen (z.B. Mehl), Pressen (z.B. Pflanzenöl), Sägen (i.d.R. Holz) und Schleifen (z.B. Naturstein). Mühlen prägen bis heute viele Landschaften in Deutschland.

Heute ist die Müllerei ein Beruf, der auf industrielle Produktionsprozesse zurechtgeschnitten ist. Das Arbeiten mit Wind- und Wasserkraft sowie mit traditionellen Mahlverfahren, wie Mahlgänge mit Mühlsteinen, sind im Lehrplan nicht mehr zu finden. Derartiger Techniken können nur noch in Handwerksmühlen erlernt werden, die sich der Tradition verpflichtet sehen. Bundesweit nutzen noch ungefähr 50 von ehemals ca. 50.000 unternehmerisch geführten Mühlen den Wind bzw. das Wasser als Antriebskraft und halten das traditionelle Müllerhandwerk am Leben. Daneben gibt es eine zunehmende Zahl von Wind- und Wassermühlen, die auf semiprofessioneller, ehrenamtlicher Basis geführt werden. Einzelpersonen und Vereine bemühen sich zum Beispiel im Rahmen von Ausbildungskursen, den Umgang mit einer Wind- oder Wassermühle und die Fähigkeit zur Ausübung der traditionellen handwerklichen Müllerei zu vermitteln.

Im Dezember 2018 wurde das traditionelle Müllerhandwerk in die UNESCO-Liste der "Immateriellen Kulturerbe" aufgenommen. Hiermit verbunden sind Fördermaßnahmen zum Erhalt und zur Fortführung dieser traditionell wichtigen Kulturtechnik. Der gemeinnützige Verein Müllergilde e.V. koordiniert diese wichtige Aufgabe.

Kontakt
"Müllergilde e.V. - müllergilde.de